Jugend
Diplomarbeit
FH Potsdam 2011/12
Strapazierfähiges Nylongewebe, konsequenter Schnitt und subtile Lederdetails ergeben eine flexible transparente Tasche. Inhalte sind sofort erkennbar, visuell und formell prägend und daher soziologische Rückschlüsse auf den Träger möglich. Das Transpa-
renzdiktat der Gegenwart ist Thema und Kritik zugleich. Eine Tasche für das derzeitige Bild der Jugend?
Jugend ist nicht – Jugend wird. Ihre Unfertigkeit, ihre Unvollendung, ihre Aussicht und Hoffnung auf das, was noch kommt, ist ihr evolutionäres Reiz-
versprechen. Sie kennt keine Ewigkeit, sucht übermütig das Leben und findet doch nur den Tod.
Mit dem Verlust der Jugend erlebt der Mensch zum ersten Mal seine Endlichkeit. Mit dieser Erkenntnis konzentriert er sich auf die kurze lebendige Gegenwart. Dafür ist sein Körper und damit die Fähigkeit sich selbst zu bewegen, zu verändern und das auch empfinden zu können unerlässlich.
Die Angst vom Verschwinden des Körpers durch das Internet ist völlig übertrieben. In dieser Welt wäre kein Platz für die Vorstellungskraft und die Ahnung des Verborgenen. Rückzugsorte für das Ich wären keine und die Blicke der Anderen keine Anerkennung mehr, sondern Ausbeutung: Das Leben ist und bleibt undurchsichtig – „Transparent ist nur das Tote“!
